Ulla Autenrieth

Fotografische Privat-Bilder als Medium der fluiden Identitätsinszenierung von Jugendlichen in Netz- und Peer Group-Kommunikation (Kurztitel: Fotografische Privat-Bilder)

Anhand fotografischer Privat-Bilder, in der Hauptsache mit Hilfe moderner Handys generiert, soll dem Aspekt der insbesondere für die Peer-Kommunikation Jugendlicher inzwischen äusserst wichtigen „Bildwanderungen“ nachgegangen werden: Adoleszenten produzieren im Rahmen von Face-to-Face-Kommunikationen Fotos, die motivisch auf die monologische und/oder dialogische Selbstinszenierung und –präsentation ausgerichtet sind. Diese Bilder werden ins Netz (Web 2.0), genauer: in technikspezifische Kommunikationsräume, gestellt, gemeinsam rezipiert und evaluiert („Bildgespräche“), wodurch sie spezifische Folgen für adoleszente Gemeinschaftsbildungs- und -erhaltungsprozesse entwickeln. Methodisch erfordert die Untersuchung dieses Kreislaufs von selbst gesteuerter Produktion, Distribution und Rezeption identitätsrelevanter Fotos in der Verschränkung von realer und medialer Kommunikation einen ethnografischen Zugang (teilnehmende Beobachtung), welcher durch sprach- und bildanalytisch ausgerichtete Detailanalysen des fotografischen Materials in seiner jeweiligen kontextuellen Rahmung ergänzt wird (Produktanalyse). Die Studie lässt als Erkenntnisgewinn wichtige Aufschlüsse erwarten über den in Peer- und Netzkommunikation sich gegenwärtig ereignenden Visualisierungsschub sowie die Theatralisierungsdynamiken medienbezogenen Handelns in der Face-to-Face-Kommunikation junger Menschen.