Zum Konzept des Graduiertenprogramms

'Intermedialität' markiert den Medienumbruch der zeitgenössischen Kultur und ist zu einem Leitbegriff der postmodernen Gesellschaft und Kultur avanciert. Mit der Digitalisierung vormals getrennter Medien wuchs in den Kultur- und Geisteswissenschaften die Einsicht in die prägende Rolle der Medien bei der Entstehung und Veränderung kultureller Wahr­nehmung­sformen und künstlerischer Darstellungsweisen. Dieser vielschichtige mediale und kulturelle Wandel verweist zugleich auf einen Traditionsbestand spielerischer, ritueller und performativer Ästhetiken und Ausdrucksformen, der nur in kulturhistorischer Perspektive angemessen zu begreifen ist.

Das ProDoc „Intermediale Ästhetik. Spiel – Ritual – Performanz“ widmet sich diesem Wandel aus einer interdisziplinären Perspektive. Ziel des Graduiertenprogramms und der einzelnen Forschungsarbeiten ist es, das Verhältnis von Aisthesis und Medialität historisch wie systematisch zu bestimmen. Das Graduiertenprogramm verbindet begriffsgeschichtliche Reflexionen und Untersuchungen mit der Erkundung neuartiger Kulturtechniken der Theatralität und Intermedialität.

Die übergreifende thematische Bezeichnung des ProDoc 'Intermediale Ästhetik' umfasst die in der Gegenwart sich verändernden Spielräume und symbolischen Formen, die sich dem vielschichtigen Medien- und Kulturwandel verdanken. Der Wandel der medialen Inszenierungen und Identifikationen wiederholt und verschiebt wiederum ehemalige Traditionen des Spielerischen, Rituellen und Performativen, die im Programm in einem Spannungsbogen von der Antike bis zur Postmoderne zum Forschungsgegenstand werden. Mit den Untersuchungsfeldern 'Spiel', 'Ritual' und 'Performanz' ist ein dreifacher Fokus der interdisziplinären Forschungsarbeit bezeichnet: Spiel steht für den Bereich medienvermittelter Darstellungsformen und Erzählweisen in der abend­ländischen Kulturgeschichte; Ritual für die seit der Antike etablierten bzw. codierten Formen der Herstellung symbolischer Formen; Performanz für die intermedialen Konfigurationen und Inszenierungen.

In der zweiten Phase des Programms (9/2009-10/2012) wird der kulturwissenschaftliche Fokus der Forschung weiter vertieft. Hierzu ist mit dem Themenschwerpunkt ‚Spiel – Räume‘ ein gemeinsamer Horizont bezeichnet, der Spielformen der Antike wie des gegenwärtigen Medialen, Performativen und Literarischen versammelt. Nebst den in der ersten Phase definierten Forschungsbereichen (Theatralität und Dramatik; Ritual und Spiel; Intermediale Inszenierungen; Intermedialität des Kulturfernsehens) sind die vier neuen Forschungs­bereiche im einzelnen: 1. Struktur und Spielräume intermedialer Ästhetik im digitalen Zeitalter; 2. Mythisch-rituelle Poetik in der griechischen Literatur; 3. Spiel- und Handlungs­räume. Topische Interaktionsformen des Narrativen und Dramatischen; 4. Die "Rolle" des Körpers im theatralen Spiel.

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Zum Konzept der 1. Projektphase (9/2006-10/2009):

"Intermedialität" ist einer der wegweisenden Leitbegriffe der postmodernen Gesellschaft und Kultur. Dank der weltweit wirksamen Herausbildung des digitalen und hybriden Medienverbunds wuchs in den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften die Einsicht in die prägende Rolle der Medien bei der Entstehung und Veränderung kultureller Wahrnehmungsformen und künstlerischer Darstellungsweisen.

Der im Pro*Doc gewählte Spannungsbogen von der Antike bis zur Postmoderne ist von besonderer Bedeutung für das Verständnis der intermedialen Ästhetiken, welche sowohl wissenschaftliche und künstlerische, aber auch politische und kommunikative Diskurse einrahmen und umgestalten. Dieser Formwandel der medialen Inszenierungen und Identifikationen wiederholt und verschiebt wiederum ehemalige Traditionen des Spielerischen, Rituellen und Performativen.

Ziel des Graduiertenprogramms und seiner transdisziplinär orientierten Forschungsarbeiten (Medienwissenschaft, Literaturwissenschaft, Gräzistik, Theaterwissenschaft) ist es, das Verhältnis von Aisthesis und Medialität in historischer wie systematischer Perspektive zu bestimmen – in den Künsten wie in der medienvermittelten Kommunikation. Das Graduiertenprogramm verbindet begriffsgeschichtliche Reflexionen und Untersuchungen mit der Erkundung neuartigen Kulturtechniken der Theatralität und Intermedialität.

Die Arbeitsform des Pro*Doc besteht in der von den Doktorierenden, Professoren und internationalen Experten gemeinsam konzipierten und durchgeführten Verbindung von Methodenkolloquien, Forschungsseminaren, Ringvorlesungen und Tagungen, mittels derer die (Zwischen-) Ergebnisse des Projektes projektintern bzw. öffentlich vorgestellt werden.

Das interdisziplinäre Forschungsgebiet des Pro*Doc umfasst die folgenden Forschungsbereiche: Intermedialität und Hybridkultur; Theatralität und Dramatik - von der Antike bis zur Postmoderne; Ritual und Spiel zwischen Mimesis und Agonistik; Inszenierte Authentizität. Strategien der (Selbst-)Darstellung in den Massenmedien.